Kleine dunkle Krümel hinter dem Herd, in der Vorratsschublade oder entlang der Kellerwand — oft ist Kot das erste und einzige Anzeichen, dass Mäuse im Haus sind. Die Tiere selbst bekommt man selten zu Gesicht. Wer die Spuren richtig deutet, weiß schnell, womit er es zu tun hat, wie akut der Befall ist — und ob er zum Telefon greifen sollte.
So sieht Mäusekot aus
Mäusekot ist 3 bis 8 Millimeter lang, reiskornförmig und dunkelbraun bis schwarz. Die einzelnen Köttel sind an den Enden leicht zugespitzt und liegen meist verstreut in großer Zahl: Eine einzige Hausmaus setzt am Tag 60 bis 80 Köttel ab — deshalb wirkt schon ein kleiner Befall auf den ersten Blick dramatisch. Viele verstreute Kotspuren bedeuten also nicht automatisch viele Mäuse, wohl aber: Die Tiere sind regelmäßig dort unterwegs.
Mäusekot, Rattenkot oder Marderkot?
Die Verwechslungsgefahr ist real, und der Unterschied entscheidet über die richtige Bekämpfung. Die drei wichtigsten Kandidaten im Vergleich:
- Mäusekot: 3–8 mm, reiskornförmig, verstreut in vielen kleinen Portionen — typisch für Küche, Vorratsschrank, Keller.
- Rattenkot: deutlich größer, 1–2 cm, spindelförmig mit stumpferen Enden, oft in Gruppen an festen Laufwegen. Rattenbefall ist die ernstere Lage und in vielen Kommunen meldepflichtig.
- Marderkot: nochmals größer, 8–10 cm lange, gedrehte Würste — und das entscheidende Merkmal: Er enthält sichtbare Beutereste wie Haare, Federn oder Obstkerne. Fundort ist fast immer der Dachboden, nicht die Küche.
Als Faustregel: Passt der einzelne Köttel bequem auf ein Reiskorn, ist es eine Maus. Ist er so groß wie eine Kaffeebohne oder größer, sollten Sie von Ratten ausgehen.
Frisch oder alt? Das verrät die Konsistenz
Für die Frage, ob der Befall aktiv ist, lohnt ein genauer Blick — ohne den Kot anzufassen:
- Frischer Kot (wenige Tage alt) glänzt leicht, ist weich und wirkt feucht-dunkel.
- Alter Kot ist matt, grau verblasst, hart und zerbröselt bei Berührung mit einem Werkzeug.
Ein einfacher Test: Entfernen Sie den gefundenen Kot vollständig (dazu gleich mehr) und kontrollieren Sie die Stelle nach zwei bis drei Tagen. Liegt neuer Kot, ist der Befall aktiv — dann sollten Sie handeln, denn Mäuse vermehren sich schnell.
Typische Fundorte
Mäuse laufen geschützt an Wänden entlang und meiden offene Flächen. Suchen Sie deshalb gezielt: hinter Herd und Kühlschrank, in Vorratsschränken und Schubladen, entlang von Sockelleisten, im Keller an Rohrdurchführungen, in der Garage, unter der Spüle und in selten genutzten Abstellräumen. Auch der Raum hinter Einbauküchen ist ein Klassiker — warm, dunkel, ungestört.
Ein Hinweis zur Jahreszeit: Im Herbst und Winter steigt die Wahrscheinlichkeit für Neubefall deutlich. Sobald die Nächte kalt werden, ziehen Mäuse in Gebäude — und ein Spalt von der Breite eines Bleistifts, etwa sechs bis sieben Millimeter, genügt ihnen bereits als Eingang. Kontrollieren Sie in der kalten Jahreszeit deshalb regelmäßig Keller, Vorratsräume und die Bereiche um Türen und Rohrdurchführungen.
Kot entfernen — aber richtig
Mäusekot ist nicht nur unappetitlich, er kann Krankheitserreger enthalten. Sachlich erwähnt werden muss hier das Hantavirus: Es kann über aufgewirbelten Staub aus getrocknetem Nagerkot und -urin eingeatmet werden. Das Risiko ist beherrschbar, wenn Sie ein paar Regeln beachten — lüften Sie den Raum vor der Reinigung am besten eine halbe Stunde:
- Nicht trocken kehren oder saugen — genau das wirbelt die Partikel auf. Auch der Staubsauger ist tabu, sofern er keinen Feinstaubfilter (HEPA) hat.
- Einmalhandschuhe tragen, bei größeren Mengen zusätzlich eine FFP-Maske.
- Kot und Umgebung vorher feucht machen: mit Wasser und etwas Reinigungsmittel besprühen, kurz einwirken lassen, dann mit Einwegtüchern aufnehmen.
- Tücher, Handschuhe und Kot in einen verschlossenen Beutel und in den Restmüll geben.
- Flächen anschließend gründlich feucht wischen, Hände waschen.
Wann Sie den Profi rufen sollten
Eine einzelne Maus im Herbst ist kein Drama. Zum Fall für den Fachbetrieb wird es, wenn Sie an mehreren Stellen frischen Kot finden, der Befall trotz Fallen nach zwei Wochen anhält, Lebensmittelvorräte angenagt sind oder Sie in einem Mehrfamilienhaus wohnen — dann ist die Ursache oft baulich, und einzelne Fallen lösen das Problem nicht. Auch wenn Sie unsicher sind, ob es Maus oder Ratte ist, lohnt der Anruf: Ein Foto der Kotspuren reicht uns meist schon für eine erste Einschätzung am Telefon, täglich von 8 bis 19:30 Uhr.
Wichtig für Mieter: Liegt die Ursache am Gebäude — etwa offene Rohrdurchführungen oder ein undichter Kellerzugang — ist in der Regel der Vermieter in der Pflicht. Dokumentieren Sie die Funde mit Fotos und Datum, bevor Sie sie entfernen.